KEG AUSSCHANK UND CO2-BETRIEBSDRUCK

Während der Nachgärung und mit der Spundung des Bieres haben Sie den CO2-Gehalt des Bieres festgelegt. Beim Zapfen des Bieres aus dem Keg muss der für den jeweiligen Biertyp typische CO2-Gehalt über die gesamte Ausschankzeit konstant bleiben. Die Einstellung des Betriebsdruckes am Druckminderer Ihrer Zapfanlage muss daher so gewählt werden, dass kein CO2 aus dem Bier heraus und auch keines hinein gelangt. Schließlich möchten Sie weder ein schales Bier noch ein Pils mit einem CO2-Gehalt trinken, wie er sonst nur bei Weizenbieren zu finden ist.

Zur Einstellung des Betriebsdrucks benötigen Sie zunächst den Sättigungsdruck in Abhängigkeit von der Biertemperatur. Beispiel: Bei einem Bier mit 5 g/ l CO2, das bei einer Temperatur von 5 °C gelagert wird, muss mindestens der Sättigungsdruck von 0,8 bar auf das Keg gegeben werden (vgl. Tabelle). Andernfalls käme es zu CO2-Verlusten und damit zu Qualitätsänderungen.

Sättigungsdruck von Kohlendioxid in Abhängigkeit
von CO2-Gehalt des Bieres und Temperatur
.
Temperatur 
0 °C 
5 °C 
10 °C 
15 °C 
CO2-Gehalt des Bieres in g / l 
Sättigungsdruck in bar 
4,0 
0,0 0,3 0,7 1,0
4,5 
0,3 0,5 0,9 1,2
5,0 
0,5 0,8 1,2 1,6
5,5 
0,6 1,0 1,4 1,8
6,0 
0,8 1,2 1,6 2,1
6,5 
1,0 1,4 1,8 2,3
7,0 
1,1 1,6 2,1 2,6
7,5 
1,3 1,8 2,3 2,9

Ein Betriebsdruck von 0,8 bar reicht in unserem Beispiel allerdings noch nicht aus, um das Bier vom Keg über Bierleitung und Schankhahn in das Bierglas zu fördern. Hierzu benötigen Sie einen gewissen Überdruck, der abhängig ist von der Höhendifferenz zwischen Bier und Schankhahn sowie den Reibungsverlusten der Bierleitung. Für jeden Meter Steighöhe müssen zusätzlich 0,1 bar Druck auf das Keg gegeben werden. Pro Meter Leitungslänge muss zusätzlich ein Druck von 0,05 bar (Innendurchmesser 7 mm) bzw. 0,01 bar (Innendurchmesser 10 mm) auf das Fass gegeben werden. Diese Zahlen gelten für eine Fliessmenge von drei Liter Bier pro Minute.

Beispiel
Bier mit 5 g/ l CO2 
Temperatur 5 °C
.
Sättigungsdruck 
0,8 bar
Höhenunterschied 1 m
+ 0,1 bar
Leitungsdurchmesser 7 mm 
Leitungslänge 2 m
+ 0,1 bar
Erforderlicher Betriebsdruck 
1,0 bar

Kann das Keg während des Ausschanks nicht gekühlt werden, so erwärmt sich das Bier im Laufe der Zeit. Mit zunehmender Temperatur steigt auch der Sättigungsdruck. Der Betriebsdruck muss deshalb ebenfalls erhöht werden. Steigt die Biertemperatur in unserem Beispiel auf 15 °C, ist nun ein Betriebsdruck von 1,8 bar erforderlich. Andernfalls entbindet sich die biereigene Kohlensäure und es läßt sich nur noch Schaum zapfen. Ein derartig gelagertes Ausschankproblem kann auch bei Schankpausen entstehen, insbesondere wenn die Bierleitung von der Sonne oder der warmen Kompressorabluft des Durchlaufkühlers erwärmt wird.

Ausführliche Hinweise zum Thema Kegs finden Sie im Buch "Udo Krause. Bier selbst gebraut." (Art. Nr. 4110)

© Udo Krause
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